Franz Kafka

Kafka - zwischen Skepsis, Ohnmacht und Genialität Jeder kann mit dem Namen \"Kafka\" etwas anfangen, egal ob er seine Werke gelesen, gehört, gehasst oder geliebt hat. Den rasanten Anstieg seines Bekanntheitsgrades konnte Franz Kafka allerdings nicht mehr miterleben, und wahrscheinlich wäre er überrascht, beschämt und stolz zugleich gewesen. Dieser Franz Kafka, der mit seiner Skepsis gegenüber seiner eigenen Dichterexistenz die Weltliteratur des 20.Jahrhunderts prägte und dessen Vater-Sohn Konflikt seine Werke und sein Leben zierten, hat sich in seinen Texten eine eigene Welt mit eigenen Gesetzen geschaffen - das Kafkaeske. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Ohnmacht der Protagonisten, die einer dunklen Bedrohung ausgeliefert sind, ähnlich wie seine Werke politischen Ideologien machtlos ausgesetzt waren. Die Nationalsozialisten verbrannten seine Werke, aufgrund seiner jüdischen Abstammung, und die Kommunisten verboten Franz Kafka wegen seiner angeblichen Kritik am Stalinregime. Trotzdem hat sich sein Stil, die Kunst des Erzählens, und die undurchdringliche Tiefe seiner Werke am dichten Horizont der Weltliteratur durchgesetzt. Zu recht. Seine Werke bieten Platz für Interpretationen verschiedenster Wissenschaften, von Psychologie, Soziologie, bis hin zur Theologie. Doch jede Interpretation und jeder hermeneutische Versuch kämpft mit der Dualität, die in den Texten von Franz Kafka steckt. Diese Dialektik zwischen der Zugänglichkeit auf der einen, und der hermetischen Verriegelung auf der anderen Seite, lassen jeden Versuch der Interpretation mit einem Gefühl zurück, etwas gefunden zu haben. Dass sie alle aber nur an der Oberfläche eines tiefgründigeren Phänomens kratzen, das nicht erklärt werden kann und vielleicht auch nicht den Anspruch erhebt, erklärt werden zu wollen, das ist die eigentliche Genialität von Franz Kafka.

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